OKX-Funding-Rate-Arbitrage-Strategie
Live-Beobachtung
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Perpetual-Kontrakte und Funding Rate
Je weiter das Ablaufdatum eines Terminkontrakts (Futures) entfernt ist, desto größer sind die Preisbewegungen und desto stärker kann der Kontraktpreis vom Kassapreis abweichen. Am Ablauftag wird jedoch zwangsweise zum Kassapreis abgerechnet, sodass der Preis immer wieder zurückkehrt. Im Gegensatz zu Terminkontrakten mit festem Ablaufdatum können Perpetual-Kontrakte unbegrenzt gehalten werden. Daher wird ein Mechanismus benötigt, um die Übereinstimmung des Kontraktpreises mit dem Kassapreis sicherzustellen – der Funding-Rate-Mechanismus. Wenn der Markt über einen längeren Zeitraum bullisch ist und viele Long-Positionen eröffnet werden, kann der Preis des Perpetual-Kontrakts über den Kassapreis steigen. In diesem Fall ist die Funding Rate in der Regel positiv, d.h. Long-Positionen zahlen Gebühren an Short-Positionen entsprechend ihrer Positionsgröße. Je größer die Abweichung, desto höher die Funding Rate, was tendenziell zu einem Kursrückgang führt. Das Handeln eines Perpetual-Kontrakts auf der Long-Seite entspricht einer Hebelwirkung durch geliehenes Geld, und Geld hat Nutzungskosten, sodass die Funding Rate meist positiv ist (z.B. 0,01 %). Die Funding Rate wird alle 8 Stunden oder 4 Stunden erhoben, weshalb der Preis eines Perpetual-Kontrakts oft sehr nahe am Kassapreis liegt.
Durch Shorten des Perpetual-Kontrakts und gleichzeitiges Long-Gehen im Kassamarkt kann man langfristig theoretisch unabhängig von den Kursbewegungen des Basiswerts positive Erträge aus der Funding Rate erzielen.
Risikoanalyse und -vermeidung
Negative Funding Rate
Die Funding Rate kann bis zu -2 % betragen. Tritt dies einmal auf, entspricht der Verlust dem Gewinn von 200 positiven Funding-Raten von 0,01 %. Eine Lösung besteht darin, neue und volatile Coins zu vermeiden, aber am wichtigsten ist die Streuung. Wenn man 30 oder mehr Coins gleichzeitig absichert, macht der Verlust eines Coins nur einen kleinen Teil aus. In solchen Fällen sollte man vorzeitig schließen, aber aufgrund von Handelsgebühren und Schließungskosten sollte man nicht bei jeder negativen Funding Rate schließen. In der Regel kann man bei einer Rate unter -0,2 % schließen, um dem entgegenzuwirken. Wenn die Funding Rate negativ ist, liegt der Perpetual-Preis oft unter dem Kassapreis, sodass nach Abzug der Gebühren möglicherweise noch ein Gewinn erzielt werden kann.
Spread-Änderungen
Eine positive Funding Rate bedeutet in der Regel einen Aufschlag des Perpetuals gegenüber dem Kassapreis. Ist dieser Aufschlag hoch, kann man zusätzlich von der Rückkehr des Spreads profitieren. Die Strategie hält jedoch langfristig Positionen, sodass dieser Gewinn nicht aktiv verfolgt wird. Man sollte vermeiden, Positionen bei hohen negativen Spreads zu eröffnen. Langfristig kann das Problem der Spread-Änderungen vernachlässigt werden.
Risiko der Kontraktliquidation
Durch die Streuung ist dieses Risiko deutlich geringer. Bei einem 5-fachen Hebel auf den Perpetual-Kontrakt wäre eine Gesamtpreissteigerung von 20 % erforderlich, damit eine Liquidation wahrscheinlich wird. Da die Position durch den Kassamarkt abgesichert ist, entsteht dabei kein Verlust. Man muss lediglich die Position schließen und Kapital umschichten oder sicherstellen, dass jederzeit zusätzliche Sicherheiten hinzugefügt werden können. Je höher der Hebel auf den Perpetual-Kontrakt, desto höher die Kapitalauslastung, aber auch das Liquidationsrisiko steigt.
Langfristiger Bärenmarkt
In Bullenmärkten ist die Funding Rate meist positiv, und viele Coins haben eine durchschnittliche Funding Rate von über 0,02 %, gelegentlich sogar sehr hohe Raten. Wenn der Markt in einen langfristigen Bärenmarkt übergeht, sinkt die durchschnittliche Funding Rate, und die Wahrscheinlichkeit hoher negativer Raten steigt, was die Rendite verringert.
Konkrete Strategie
- Automatische oder manuelle Auswahl von Coins. Dabei kann die historische Funding Rate berücksichtigt werden; gehandelt wird nur, wenn ein Schwellenwert überschritten wird.
- Erfassung der aktuellen Funding Rate. Überschreitet sie einen festgelegten Schwellenwert, werden gleichzeitig Long- und Short-Positionen im Futures- und Kassamarkt eröffnet, die einen bestimmten Wert absichern.
- Steigt der Preis eines einzelnen Coins übermäßig, kann die Strategie automatisch die Position schließen, um ein zu hohes Risiko im Perpetual-Kontrakt zu vermeiden.
- Falls die Funding Rate eines Coins zu niedrig ist, muss die Position geschlossen werden, um Gebühren zu vermeiden.
- Da die Eröffnungsgeschwindigkeit keine große Rolle spielt, werden für Eröffnung und Schließung Iceberg-Orders verwendet, um Marktauswirkungen zu reduzieren.
Zusammenfassung
Die Funding-Rate-Arbitrage-Strategie hat insgesamt ein geringes Risiko, eine hohe Kapazität, ist relativ stabil und erzielt keine hohen Gewinne. Sie eignet sich für risikoarme Arbitrageure. Wenn auf einer Börse überschüssiges Kapital vorhanden ist, kann die Strategie in Betracht gezogen werden; sie erzielt höhere Renditen als reine Börsen-Zinsprodukte.
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